Unknown Pleasures

Was bewegt die Welt jeden Tag? Wer trennt sich die Spreu vom Weizen? Wann ist Hopfen und Malz verloren? Wer frisst wenn alles schläft? Gibt es ein Leben danach? Fragen über Fragen die ich nicht beantworten kann, die sich jeder aber von Tag zu Tag stellt. Ein Thema bei dem ich euch aber helfen kann, ist gute Musik zu vermitteln. So empfinde ich unglaubliche Befriedigung wenn ich jemaden für einen guten Künstler, eine gute Band oder ein gutes Lied begeistern kann.

Stellt euch nur mal vor es würde euer ganzes Leben lang Musik mitlaufen. Für jeden Moment wäre etwas dabei. Für die glücklichen, die tragischen, die vollkommenen, die unvollkommenen, die ergreifenden, die tiefgreifenden, die alltäglichen, die sportlichen, die langweiligen, die griabigen (gemütlichen), die aufregenden, die lichtdurchfluteten, die dunklen wie die hellen Momente in eurem Leben. Ich spreche hier nicht von einem nervigen Supermarktgedudel, das euch bis aufs Blut mit Sonderangeboten und Schöne Welt Geduddel reizen möchte und seinen Höhepunkt erlebt wenn Fr.Müller mit ihrer unverkennbaren Tante-Emma Stimme beschwingt  ins Mikrofon säuselt: „Zweite Kasse bitte“. Nein, ganz im Gegenteil. Wie wir es aus den hochdekorierten Filmen unsere Zeit kennen steht und fällt ein Moment der im Gedächtnis bleibt oft mit seiner Musik.

Somit würde eure Trennung von eurem oder eurer Liebsten eine Portion mehr Herzschmerz bekommen. Lasst mich kurz überlegen: „Time to say goodbye“ für die Klassikliebhaber unter den gerade verlassenen. „Let her go“ von Passenger würde wohl die Riege der Chartraufundrunterhörer vertreten. Für die weibliche Fraktion unter den Verlassenen ist wohl „“You oughta know“ von Alanis Morisette ein ganz heißes Eisen. Allein die Textzeile: „And im here to remind you of the mess you left when you went away“ genießt Kultstatus. Es gibt unzählige Herzschmerzlieder. Mein persönlicher Favorit der bei solchen Trennungsmomenten immer im Kopf abläuft ist „Love will tear us apart again“ von Joy Division. Niemand besingt das Unfassbare besser als Ian Curtis mit der Textzeile: „Is it something so good just can´t function no more?“

Kommen wir nun aber zu erfreulicheren Dingen. Das Liebeslied. Für die eine oder keine oder den einen oder keinen. Wer im siebten Himmel schwebt dem blasen die Engel ein Lied. Lieder über die Liebe gibt es wie Sand am Meer. Verständlicherweise. Wer verliebt ist der möchte lauthals singen. Und zwar aus ganzem Herzen. Man denke nur an Liebeslieder die ein Künstler für eine einzelne Person geschrieben hat. Was für eine Verbeugung. Was für ein Geschenk. Der Künstler besingt seine Muse um ihr zu beweisen das sie das Beste ist was in seinem Leben passiert ist. Wenn ich über Liebeslieder nachdenke kommt mir sofort „Ein Kompliment“ von der mittlerweile weitbekannten Drei Mann Kombo „Sportfreunde Stiller“ in den Sinn. Wer irgendwo, sei es nun in der Münchner U-Bahn um 7 Uhr morgens oder doch in einem vollbesetzten Wiesnzelt kurz vor dem nächsten Prosit also lauthalts „Ich wollte dir nur mal eben sagen…“ in die Menge posaunt, der kann sich sicher sein das ihm mindestens einer oder eine oder mehrere oder ganze Hunderschaften entgegenbrüllen: „…das du das größte für mich bist“. Echte Romantiker würden auf Hits zurückgreifen wie das von Whitney Houstoun gesungene Stück „I will always love you“. Wobei ich sagen muss das die Liebe doch immer noch in der Muttersprache am besten ausgedürckt werden kann. Wer möchte mir da widersprechen, kennt doch jeder das berühmte „Je t`aime…moi non plus“ eines gewissen Serge Gainsbourg. Aufgenommen hat er es 1969 mit seiner damaligen Frau Jane Birkin. Kein Stück ist wohl gleichzeitig so schön und zugleich so anrüchig. Weiter kommen wir zu Rio Reiser, einem der größten deutschen Liedertexter und ehemaligem Frontmann der Ton Steine Scherben. Hätte sein Lied „Junimond“ (nein, dieses Lied hat die Band „Echt“ nicht selbst geschrieben sondern gecovert) sehr gut in die obere Katergorie der Trennungsverarbeitungslieder gepasst, so ist das Stück „Für immer und dich“ noch immer ein Genuß und eine Liebeserklärung wie man sie seit Goethe und Schiller nur noch selten zu hören bekommt. „Ich sing für dich, Ich schrei für dich, Ich brenne und ich schnei für dich, Vergesse mich, Erinner mich, Für dich und Immer für dich, Für immer und dich“. Wunderschön. Würde man nach meinem persönlichen Favoriten fragen, so hätte ich „Rainy Night in Soho“ und „Love you till the end“ zu empfehlen, beide verfasst von The Pogues. Ersteres geschrieben vom Frontmann der Pogues und Mr.Paddy Rolling Stone himself Shane MacGowan beginnt schon fast so schön wie es später endet mit „I´ve been loving you a long time, down all the years, down all the days, and i´ve cried for all your troubles, smiled at your funny little ways“. Was für Sätze und dann auch noch so verpackt. Was sich hier zwischen den Zeilen rauslesen lässt ist die glasklare Liebesansage, das man eine Person genau deshalb liebt weil man mit ihr nicht nur die guten Zeiten erlebt hat  sondern gemeinsam auch durch die schlechten gegangen ist(all your troubles!) und weil man sie genau für ihre Unperfektheit, für ihre Marotten und damit für ihre Einzigartigkeit liebt (smiled at your funny little ways!). Besser kann man es wohl nicht ausdrücken. Der zweitgenannte Song, „Love you till the end“, dürfte wohl den meisten bekannt sein aus dem gleichnamigen Buchfilm „PS Ich liebe dich“ mit der einer schauspielerisch glänzend aufgelegten und auch außerhalb des Starrummels von Hollywood sehr symphatischen Hillary Swank. Bringt doch die Geschichte rund um das verfilmte Buch schon genug Liebes und Herzschmerz Tränen mit sich so gäbe es kein perfekteres Lied um diese verrückte Story wie sie nur das Leben schreiben kann, abzurunden. Der Song besteht fast allein aus dem Satz „Love you till the end“. Doch genau das macht den Song aus. Es wird nicht lange herumlamentiert oder Honig um den Mund geschmiert. Es ist der Mann, der singt das er seine Angetraute bis zum Ende aller Tage und darüber hinaus lieben wird. In dieser Sparte ist also für jeden was dabei, jeder würde hier ein persönliches Highlight bekommen wenn er sich gerade frisch verliebt hat. So schaut´s aus

Kommen wir zu einem wichtigen Moment im Leben. Den Moment indem man spürt das auch Wut und Aggression ganz normale Gefühe sind die zum Leben dazugehören wie die Milch zur Kuh, der Baum zum Apfel, der Kakao zur Schokolade usw. Wie also lassen sich solche Gefühle musikalisch untermalen. Was jetzt schon behauptet werden darf ist, das ich mit jedem Instrument Wut und Aggresion ausdrücken kann. Da liegt es nur an der Art wie ich das Instrument dabei spiele. Also kann ein Klassikorchester genauso eine gewisse Wut und Agression rüberbringen wie eine Death Metal Band. Beim Klassikorchester ist es vielleicht noch etwas überraschender, weil niemand damit rechnet und weil solche Orchester oft die ganze Palette von Himmelhochjauchzend bis zu Tieftodebetrübt runterreisen. Fakt ist das es viele Möglichkeite gibt mit Musik auf 180 zu kommen oder die Wut und Aggression besser zum Ausdruck zu bringen. Wie wäre es mit Rap. Ich spreche hier nicht von Aggro was weiß ich Rap mit Texten die unter die Gürtellinie gehen obwohl sie noch nicht mal oben waren. Rap bedeutet für mich gute Beats und intelektuelle Reime. Fakt ist: Worte können mehr verletzen als Taten. Wenn ein Rapper von dem ich sehr viel halte mit dem Namen Torch also rapt „Die Welt brennt, Flammen auf jedem Kontinent, schreiben unser Testament, auf Pergament und scheinen permanent, wie die Sonne am Firmament. Die Sternenkonstellation verkündet es schon: Satans Sohn live am Mikrofon“ in seinem Song „Die Welt brennt“ dann bringt er mit diesen ersten Textzeilen zum Ausdruck, das er nicht hier ist um Gefangene zu machen. Der Mann ist wütend auf wenn oder was auch immer und verpackt diese Wut in seinen Rap ohne damit irgendjemand real wehzutun. Das gleiche passiert wenn die Hardcore Band Hatebreed in ihrem Text ein Gefühl einer ganzen Jugend wiedergibt. Mit den Textzeilen „Here I`am, exposed in my brokeness, here I´am, screaming these words, it´s all i´ve ever known of serenity, here i´am telling my pain, bearing my soul to the world“ wird sie also zum Sprachrohr vieler junger Leute die wütend sind über das was gerade passiert, sei das nun im äußeren Umfeld oder in ihrem inneren Gefühlsleben. Wer es dann schafft, seine Wut und Aggression so geschickt in granatenscharfe Worthülsen zu packen, der verbindet diese Gefühle quasi mit seiner Kreativität und kann sie somit ausdrücken ohne zu schaden. So komme ich ganz nah an ein Gefühl heran. Ein aggressives, wütendes Lied hat also den Zweck, der Welt, bzw. der Umwelt zu sagen das hier jemand ist, der sich verdammt nochmal nicht mehr alles gefallen lässt und den man nicht mehr nach belieben hin und her schieben kann. Ich halten es ähnlich einem bekannten Zitat aus dem Film Sieben: „Wenn die Leute einem zuhören sollen, reicht es nicht, ihnen einfach auf die Schulter zu tippen. Man muß sie mit einem Vorschlaghammer treffen. Erst dann können sie sich ihrer Aufmerksamkeit gewiß sein“

 

Der wichtigste Teil, der einer Musikuntermalung bedürfte, sind die Momente im Leben die wir am liebsten für immer festhalten möchten. Momente in denen wir ganz bei uns sind, wenn wir lachen, uns etwas tief berührt und wir wahre Freundschaft spüren. Wenn wir fühlen das wir uns im Hier und Jetzt befinden. Erlebnisse, in denen wir nicht nach dem Warum oder Wieso fragen, sondern die einfach so passieren und uns dabei glücklich machen. Dazu noch ein musikalisches Feuerwerk und alles ist perfekt. Ein Beat wie ein Herzschlag, ein jubelnder Gitarrenriff, eine Trommel die nie verklingen soll. Was kommt mir spontan in den Sinn. Natürlich, Queen mit „We are the Champions“. Wenn gefeiert werden soll, dann aber so richtig. Ganz egal welchen Erfolg du gerade erungen hast, du bist ein Champion in dem was du gerade tust oder getan hast. Du hast es endlich geschafft das dir deine Katze nicht mehr die ganze Wohnung vollkackt sondern brav ins Katzenklo macht. Du bist ein Champion! Du hast gerade zum ersten Mal in deinem Leben ein Tiramisu gemacht und es schmeckt so gut, das du am liebsten darin ertrinken würdest. Du bist ein Champion! Du hast gerade einem anderen Menschen etwas gutes getan und daß völlig selbstlos! Verdammt nochmal, du bist ein Champion. Also fühl dich gefälligst auch wie einer mit diesem Lied von Queen. „Die Gedanken sind frei“ ist hier für mich auch ein absoluter Klassiker. Dazu die dritte Strophe „Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen, und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen. Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen und denken dabei: Die Gedanken sind frei“. Klar, Lieder wie „Tage wie dieser“ von den Toten Hosen oder „Atemlos“ von Helene Fischer muss man dabei auch berücksichtigen. Es sind einfach Lieder die Leute freudig mitsingen lassen und Emotionen wecken. Ein weiteres Volkslied das jedem bekannt sein dürfte bringt den Punkt der Freundschaft ganz gut auf ebendiesen: „Sonniger Tag, wonniger Tag! Klopfendes Herz und der Motor ein Schlag! Lachendes Ziel, lachender Start und eine herrliche Fahrt. Rom und Madrid nehmen wir mit. So ging das Leben im Taumel zu dritt. Über das Meer, über das Land, Haben wir eines erkannt. Ein Freund ein guter Freund, das ist das schönste was es gibt auf der Welt“. Alles Lieder die uns an die wichtigen Dinge des Lebens erinnern. Und sie erinnern uns nicht nur daran, sie fordern uns auch auf dazu zu feiern und zu genießen. Der musikaliche Rahmen für unser ganz persönliches Feuerwerk.

 

So, zusammengefasst bleibt nun zu sagen, das egal ob wir Trennungsschmerz, Wut, körperliche wie geistige Liebe oder auch die wahre Freude am Leben erleben, es könnte immer ein passendes Musikstück dazu um Hintergrund laufen. Wie im Film, so wie im Leben. Nicht ganz. Erinnern wir uns an die stillen Momente. Momente in denen man das Gezwitscher der Vögel hört und weiß der Frühling naht. Momente in denen man ganzen Landschaften lauschen kann oder sehr intime Momente, wenn man die ersten Küsse austauscht und gemeinsame, sehr private Momente im Bett erlebt. Genau in solchen Momenten finden wir ebenso zu uns. Den auch Stille kann unglaublich prickelnd und spannend sein. Wir spüren dann plötzlich die Musik des Lebens in uns. Da kann der Radio neben dem Bett nicht mithalten. Momente in denen wir uns oder auch jemand anderes ganz neu kennenlernen und magische Momente erleben. Genau dort wo das ständige Alltagsgedudel uns verlässt und wir uns den Sinnen hingeben. Da ist auch Musik, aber eben unsere ganz eigene. Die Musik, die wir selbst erschaffen und komponieren. Vielleicht jetzt gerade, in diesem Moment, im Hier und Jetzt. Der Soundtrack unseres Lebens. Den gibt es nirgends zu kaufen oder runterzuladen. Diesen Rythmus haben wir selbst schon in uns angelegt. Let´s Dance!!!

Gerne hätte ich ein paar Anregungen was ihr überhaupt davon haltet, wenn eurer ganzes Tun und Lassen von Musik begleitet wird. Was sind eure Topfavoriten beim Siege feiern und Niederlagen verdauen? Fühlt ihr den Rythmus und die Musik des Lebens?

Ich bin gespannt,

bis bald, HabetDieEhre

Flo

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