HAPPY HALLOWEEN ALLERSEITS

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HALLOWEEN

Gleich mal um das größte Vorurteil zu entkräften:

Es ist ursprünglich keltisch mit einem Schuss römisch-katholisch, aber sicher nicht amerikanisch!

All Hallows Evening
Genau, Halloween leitet sich vom ALL HALLOWS EVENING ab. Der All Hallows Evening bedeutet übersetzt nichts anderes als der Tag, bzw. die Nacht vor Allerheiligen. An die Nacht vor Allerheiligen schließt sich Allerheiligen (01.11.) und schließlich Allerseelen (02.11.) an. Am 06.11. schließlich noch St. Leonhard. Alle vier, Halloween eingeschlossen, haben also katholische Wurzeln.

Samhain
Seine Geisterherkunft hat das heutige Fest vom keltischen „Samhain“.
Es war der keltische Silvesterfeiertag. Es war kennzeichnend für den Beginn der sogenannten „Jahresnacht“. Alles was davor war bezeichneten die Kelten als „Jahrestag“. Für den Jahrestag steht das Sommer-Halbjahr (mit dem Morgen und dem Mittag), für die Jahresnacht das Winter-Halbjahr (mit dem Abend und der Nacht).
Symbolisch geht es also um den Übergang vom vergangenen Sommerjahr in das Winterjahr.
In diesen Zwischenräumen (zwischen alt und neu) war für die Kelten alles möglich. Die Wände zwischen den Welten wurden besonders dünn und lösten sich auf. Die Jenseitigen besuchten die Menschenwelt und andersherum konnten die Menschen mit der sogenannten „Anderswelt“ kommunizieren.
Da in unseren früheren Kulturen ein großer Ahnenkult herrschte, fühlten unsere Vorfahren sich nicht getrennt von ihren Verstorbenen, sondern spürten ihre allgegenwärtige Präsenz im Leben. Sie baten sie um Rat und Beistand in allen wichtigen Angelegenheiten, sie verehrten sie und achteten sie.
Gerade heute, also zur Samhain Nacht, schenkte man ihnen früher besonders Aufmerksamkeit, da wie gesagt, im keltischen Glauben zum Jahreswechsel alles möglich war.

Die Verkleidung
Was hat es also mit der Verkleidung auf sich?
Da natürlich in dieser Zwischenwelt auch böse Geister unterwegs waren, verkleideten sich die Menschen mit den schrecklichsten Masken und zogen laut durch die Gegend. So wurden sie von den Geistern nicht erkannt und die Geister konnten nicht Besitz von ihnen ergreifen.

Die Römer
Die Römer, die damals ein riesiges Weltreich besaßen, unter anderem auch ganze Länder keltischer Stämme, übernahmen die Praktiken der Kelten ganz einfach in ihre römisch-katholischen Traditionen. Der Glaube in die Besessenheit von Geistern nahm dabei immer mehr ab. Die Verkleidung jedoch wurde weiter ritualisiert und fortwährend nahm das Verkleiden fast zeremonielle Züge an.

Das heutige Halloween
Da der größte keltische Ursprung sicherlich in Irland, Schottland und Wales zu finden ist, brachten damals irische Einwanderer ab den 1840´er Jahren ihre irisch/keltischen Bräuche mit in ihre neue Heimat, nämlich Amerika. Wie jedem bekannt ist, wird Halloween seit jeher dort riesig groß gefeiert.
Bis ins Nachbardorf für einen Kuchen
Am 02.11. gingen die europäischen Christen (also quasi unsere Vorfahren) etwa im neunten Jahrhundert von Dorf zu Dorf. Dort baten sie an den Türen der Häuser um sogenannte „Seelenkuchen“. Es handelte sich dabei um ein quadratisches Brot mit Johannisbeeren. Je mehr man den Bittenden gab, desto mehr versprachen sie, für die verstorbenen Angehörigen der Schenkenden zu beten. Dieser Brauch lebte weit bis ins 19.Jahrhundert fort.

Der Kürbis
Schon früher bei den Kelten leuchtete man den willkommenen Seelen an Samhain mit einem Licht den Weg. Hierfür stellte man beleuchtete Rüben vor die Tür. Als die Iren nach Amerika auswanderten stellten sie schnell fest, dass es dort deutlich mehr Kürbisse als Rüben gab. So stieg man also schnell auf die orangenen „Pumpkins“ um.
Geisterfratzen schnitt man in die Kürbisse um die bösen Dämonen abzuschrecken, die man im Gegensatz zu den willkommenen Vorahnen lieber nicht um sich haben wollte.

Süßes, sonst gibt´s saures
Da die althergebrachten Traditionen und Aberglauben immer mehr durch die Wissenschaft und Rationalität verdrängt wurden, bzw. in Vergessenheit gerieten, verzichteten die Erwachsenen zunehmend auf alte Bräuche, gönnten jedoch ihren Kindern weiterhin den Spaß und die Freude am Verkleiden und Umherziehen. So waren es schließlich wieder die ausgewanderten Iren, die sich anschickten, ihre Kinder auf die Nachbarschaft loszulassen um dort jeglichen Süß kram einzuheimsen.
Irgendwann erkannte die amerikanische Industrie das Potential dieses eins als „keltische Silvester“ bezeichneten Festtages. Seitdem boomt der Absatz von Candy (Bezeichnung für Süßigkeiten in Amerika) und jeglichem Schnickschnack wie Spinnennetz, Horrormasken usw.
Was also mal klein anfing und keltische, römische und christliche Wurzeln hat, ist mittlerweile auch bei uns angekommen. Es war aber irgendwie, teilweise zumindest schon immer da. Deshalb, regt euch nicht über Halloween auf, sondern erfreut euch dass es (abgesehen von der Zuckerindustrie
und dem Plastikspielzeug) durchaus einen spirituellen und gläubigen Hintergrund hat. Außerdem tut frische Luft jedem gut. Also, raus mit euch Kinder, es gilt die Nachbarschaft vom Zuckerdämon zu befreien 😉

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