Kool Savas – Märtyrer

Das neue Album „Märtyrer“ ist draußen!

So, der selbsternannte „King of Rap“ ist back. Kool Savas steigt wieder in den Ring um seine Krone zu verteidigen. Aber gegen wen? Sind wir doch mal ehrlich. Savas ist schon lange da. Hat viele überlebt. Die Gegner, die sich ihm jetzt stellen könnten, haben alle keinen Biss, keinen Stil, keine Ahnung, keinen Plan.

Es fühlt sich an wie bei einem Boxkampf mit Wladimir Klitschko. Es werden keine Wetten angeboten, welche von Sieg oder Niederlage ausgehen. Es laufen nur die Wetten, welche bestimmen, ob Klitschko seinen Gegner K.O. schlägt (sehr hohe Wahrscheinlichkeit) oder er im schlechtesten Fall als Sieger durch Punkte aus dem Kampf geht.

Savas hat also keinen Grund in den Ring zu steigen. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmem, sein neues Album mit dem von ihm personifizierten Battlerap auszustatten. Stampfende Beats werden mit saftigen Rhymes verpackt. Savas lässt die Kollegen alt aussehen, bei denen man manchmal meint, sie hätten ihre Original Songs absichtlich von Lichtgeschwindigkeit auf die Möglichkeit der Fortbewegung in einer Einkaufsmeile kurz vor Weihnachten abgestuft.

Diese Verpackung von Savas zieht, Überraschung, immer noch. Genau deswegen, weil Savas nicht mit der Zeit geht. Wo heute über Twitter und Youtube Videos systematisch und propagandamäßig für neue Songs und Alben gedisst wird und das Niveau mancher sogenannter „Rapper“ nicht mal mehr unter den Teppich gekehrt werden kann weil es schon längt im Keller ist, erscheint Savas wie schönes Relikt aus alter Zeit, welches gewohnte Qualität liefert und sich deshalb auf keine Experimente einlassen muss.

Keine Experimente heißt nicht, das sich Savas über die Jahre nicht weiterentwickelt hat. Wer das Projekt „Xavas“ von Xavier Naidoo und ihm verfolgt hat, wird mir da nur zustimmen. Auch schön, ruhige, sehr tiefgehende Lieder, welche die beiden zusammen vorgebracht haben. Jetzt macht er eben wieder das, für was er geboren wurde. B A T T L E R A P.

Selbst als Musiklaie, bzw. als Nichthörer von deutschem Rap, sollte man ein paar Tracks von Savas kennen. Es hat ja schließlich mittlerweile auch fast jeder Mensch von Waldimir Klitschko gehört, und davon bezeichnen sich wahrscheinlich nur eine Handvoll als Boxfans (sehr hohe Wahrscheinlichkeit).

Genug der Wahrscheinlichkeiten, jetzt gibts auf die zwölf.

Beginnen möchte ich mit dem Titeltrack des neuen Albums.

In „Märyter“ rechnet Savas gnadenlos mit der Medienkonsumgesellschaft ab, bzw. mit den Leuten die sich für umgerechnet 300 Euro wochenlang für das sogenannte „Hartz 4“ Fernsehen ablichten lassen und vor einer ganzen Nation zum Deppen machen. Savas klagt sie alle an, die Leute, die sich daran ergötzen, wie andere quasi live und ungeschnitten zugrunde gehen, ebenso die Leute, die, wenn nötig, bereit wären für 5 Minuten Ruhm vor der Kamera den sogenannten „Märtyrertod“ zu sterben. Alles in allem zeigt er hier auf, das deutsches Fernsehen einen heute zeitweise nur noch traurig macht.

Seine Rapkollegen bleiben dabei aber keineswegs verschont. Savas bringt auf den Punkt, das die Kunst des Rappens nicht daraus bestehen kann, der größte Gangster, Knastbruder oder Ghettobewohner zu sein. Ebenso ist es seiner Meinung nach unmöglich, Deutschrap zu machen und dabei lediglich 1/16 des deutschen Wortschatzes zu beherrschen. Recht hat er, der King 😉

Film ab

Der beste Tag deines Lebens (ein Lieder voller Wahrheiten, schon so alt, doch immer noch und für immer aktuell, ganz weit weg vom Battlerap, aber so nah dran am Leben)

AuRa

Nichts bleibt mehr (wenn ich diesen Weg nicht geh)

XAVAS (Savas feat. Naidoo)

Wage es zu glauben

Schau nicht mehr zurück

Viel Spass!

Flow

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