Larry Bird – The Legend

Lange bevor Dirk Nowitzki als Weißer in der NBA für Furore sorgte, gab es Larry Bird. Dreimaliger NBA World Champion und dreimaliger MVP. Aktiv war er seine ganze Karierre fast nur bei den Boston Celtics, danach arbeitet er als Trainer und Manager, was ihm unter anderen die Auszeichnungen Coach of the Year und Executive of the Year einbrachten. Damit ist er bisher der einzige Spieler, in der NBA-Geschichte der in seinem Leben je einmal Spieler, Trainer und Geschäftsführer des Jahres geworden ist.

Bird ist bis heute die Legende der Boston Celtics. Wer mehr über den aussergewöhnlichen Menschen Larry Bird erfahren möchte, sollte sich seine Biografie „Drive“ kaufen, welche 290 Seiten umfasst und deshalb relativ gut und übersichtlich gestaltet ist. Bird selbst ist ein Beispiel dafür, das in diesem Leben nichts unmöglich ist, allein der Glaube an sich selbst zählt.

Fast schon zum Mythos geworden ist seine langwierige Rivalität mit Magic Johnson, aus der eine jahrelange Freundschaft erwuchs, die bis heute ungebrochen anhält. Alles begann schon in den College Finals 1979. Ein gewisser Larry Bird spielte dort für die Indiana State University gegen einen gewissen Earvin „Magic“ Johnson, der für die Michigan State University antrat.

Es war ein Finale das bis heute wahrscheinlich eine der größten Einschaltquoten in den USA erzielte, und es besiegelte den Beginn des heftigen und sehr persönlichen Wettstreits zwischen den beiden. Michigan gewann damals und diese Niederlage saß lange wie ein großer Giftstachel in Larry´s Selbstbewusstsein und seinem Selbstverständniss für Basketball.

Beide sollten sich später in bis heute noch legendäreren Duellen wiedersehen. Denn in den 80´er Jahren auf dem Court waren es Bird und Johnson die die NBA-Finals fast immer unter sich ausmachten. Lakers vs Celtics, das war auch immer Larry gegen Magic.

Diese Duelle wurden von den Medien auch gerne zum Kampf der Klassen und Rassen ausgerufen. Der weiße Arbeiter Larry Bird gegen den schwarzen Lebemann Magic Johnson. Das die meisten weißen Basketballer zu dieser Zeit bei den Boston Celtics spielten und das Lakers Team fast komplett aus Afro-Amerikanern bestand machte der Rivalität nur noch mehr Feuer unterm Hintern. Es war der oberflächliche, aber anziehende Glanz aus Hollywood („Showtime Lakers“) gegen die  Arbeiterklasse der Industriearbeiter und Handwerke aus Boston/Indiana („Celtic Pride“).

Tatsächlich ging in Zeiten, als Boston mal wieder gegen L.A. spielte, eine große Fanspaltung durch das ganze Land. Es war damals selbstverständlich als Weißer mit den Celtics mitzufiebern, genauso war es für jeden Schwarzen klar das die Lakers jedes Duell für sich entscheiden würden.

Bird und Johnson mussten also jahrelang für den amerikanischen Klassenkampf herhalten. Das faszinierende ist, wie sich aus diesen jahrelangen Aufeinandertreffen, wo jeder beweisen wollte, das er besser war als der andere, im Nachhinein eine wunderbare Freundschaft entwickelt hat.

Das geschah als Larry und Magic gemeinsam einen Werbespot für Basketballschuhe bei den Bird´s zuhause drehten. Mit „bei den Bird´s zuhause“ ist Larry´s Kindheitsort gemeint, also das Haus seiner Eltern. Dort hatte Larry einen eigenen Basketballcourt im Freien errichten lassen.

Die Ironie will es, das der Werbespot beide als Feinde darstellt, und sie genau während diesen Dreharbeiten zu Freunden wurden. Als Magic Johnson während der Drehpausen von Larry Birds Mutter bekocht wurde und beide eine wirklich gute Zeit hatten, stellten die beiden Basketball Größen fest, das sie gar nicht so unterschiedlich waren in ihren Ansichten über das Leben an sich, den gegenseitigen Familienverhältnissen und in ihrem Humor.

Larry war dann auch eine der ersten der mit Magic in Kontakt trat, als desen HIV-Infektion bekannt wurde. Er sprach ihm Mut zu, unterstützte ihn und bestärkte ihm in den Glauben, das es richtig ist, damit an die Öffentlichkeit zu treten. Die ganze Schockstarre und die Medienaufruhr danach, die die Bekanntgabe der Infetktion nach sich zog machte ihre Bänder der Freundschaft nur noch stärker.

So am es auch, das Magic zu Larry´s letztem Auftritt für die Boston Celtics mit einem Celtics Trikot unter einer Lakers Jacke erschien. Das war ein wirklich unglaublicher Moment, den es so in den Jahren der Rivalität auf keinen Fall gegeben hätte. Doch die Wogen hatten sich geglättet und der Wind hatte sich gedreht.

Larry hatte bis dahin ein extremes Rückenleiden zu verkraften, was ein Tribut war an sein jahrelanges, sehr intensives Basketballspiel. Er tat dabei unter der Woche alles was nötig war, um doch noch jedes Wochenende auf dem Spielfeld zu stehen. Hunderte Stunden Reha, Rückentraining, Spritzen und Schmerzmittel später dankte er im Angesicht eines vollen Stadions und unter tosendem Applaus ab. Wie gesagt war er und ist bis heute als Trainer und Geschäftsführer in verschiedenen Positionen im Basketballtätig und erfolgreich.

Eine der skurillsten Anekdoten, die ein gutes Beispiel für die Verehrung  der Fans für Larry Bird zeigt, ist wohl die Geschichte eines überführten Richters, der seine Machtposition jahrelang missbraucht hatte. Dieser wurde 2005 zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er bat jedoch vor Gericht, das seine Strafe auf 33 Jahre angehoben wird. Die „33“ deshalb, da dies die Rückennummer von Larry Bird war, die er in seiner aktiven Zeit bei den Boston trug. Da der anwesende Richter auch ein Celtics Fan war, wurde dem Antrag stattgegeben.

Zum Abschluss ein Zitat von Larry, das mir sehr gut gefällt:

In diesem Sinne, viel Spass mit Larry Bird
A Courtship of Rivals – ein Film über die Rivalität und die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Larry Bird und Magic Johnson.
Nur zu empfehlen, nicht nur wegen dem Thema, sondern wegen herausragender Gefühlsmomente, die den Sport in den Hintergrund rücken und das Leben an sich feiern
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