Legenden des Irish Folk – 05 Sinéad O´Connor

Abschließend meine Nummer Eins Lady aus Irland,

Sinéad O´Connor

Sinéad wurde im Dezember 1966 geboren. Mitte hinein also in die wilden Siebziger mit allen möglichen Revolutionen und Umwälzungen. Sinéad selbst behielt sich dieses revolutionäre Denken immer bei, so setzte sie sich strickt für Frauenrechte ein, stand gegen Sexismus ein und zerriss einmal sogar ein Bild des damaligen Papstes Johannes Paul live im TV.

Den meisten dürfte Mrs. O´Connor mit ihrem Nummer Eins Hit „Nothing Compares To You“ bekannt sein. Das damalige Prince Cover schaffte es von null auf hundert in die Charts weltweit und brachten ihr viel Ruhm. Mit Ruhm wollte Sinéad aber gar nicht so viel zu tun haben, weil sie diesen auch ziemlich schlecht verkraftete.

War Sinéad selbst doch von Beginn ihres Lebens an körperlich von ihrer Mutter misshandelt worden und deshalb eine sehr zerbrechliche Persönlichkeit. Was sie am Anfang noch in ihrem Video zu Nothing Compares To You veranstaltete, wo sie einige laszive Bewegungen vollführt, hatte mir ihrem späteren künsterlischen Schaffen deshalb nicht mehr viel zu tun. Sie hatte die Nase gestrichen voll vom Show-Business mit all seinen Lügen. Im Jahr 1991 z.B. lehnte sie 4 Grammy Awards einfach so ab.

Eine skurille Anekdote aus dieser schwierigen Zeit ist die Verweigerung eines Auftrittes in den USA, New Jersey. Da vor ihrem Auftritt die amerikanische Nationalhymne gesungen werden sollte, weigerte sich Sinéad ausdrücklich auf die Bühne zu gehen. Der damalige anwesende Frank Sinatra soll schlichtweg gesagt haben: “ I kick her ass“. Sinéad äußerte sich danach wie folgt: „Ich hoffe das ich Frank Sinatra nicht mehr begegne. Ich kann doch keinen alten Mann schlagen“.

Bevor ihre Person durch das Business endgültig zerstört werden konnte, wandte sich Sinéad glücklicherweise ihren irischen Wurzeln und der irischen Musik zu. Nicht ohne immer wieder auch andere musikalische Einflüsse in das Liedgut einfließen zu lassen.

So ließ sie es sich zum Beispiel nicht nehmen das bekannte Rebellenlied „Oró, Sé do Bheatha ’Bhaile“ mit Reggea Beats zu vertonen. Auch schwang sie sich immer wieder auf, das ein oder andere Duett einzusingen. Es folgten u.a. Kollaborationen mit Shane MacGowan, Christy Moore und sogar den Meistern des Irish-Folk, den Chieftains.

Zwischendurch stürzte Sinéad immer wieder in Krisen, die verschiedene Heiraten mit anschließender Scheidung und eine Menge psychiatrischer Behandlungen hinter sich her zogen. Doch irgendwie kam Sinéad immer wieder zurück und schaffte es ihre Krisen in der Kunst zu verarbeiten, es folgte Album auf Album.

Ihren sexuellen Orientierungen zufolge ist Sinéad bi- wie heterosexuell. Aufmerksam machte sie zwischenzeitlich mit einem Studium der Theologie und einem danach erschienen Album „Theology“, das eine Vielzahl an spirituellen Gesängen und Liedern enthält, die von ihr aufgenommen wurden.

Zwischen all der Kreativität und der Spiritualität standen leider auch immer wieder unternommene Selbstmordversuche, der letzte datiert Gerüchten zufolge aus dem Jahr 2012.

Aber ganz egal, sie ist eine Kämpferin und was Sinéad als Mensch und Musikerin betrifft, ist sie durch viele Höllen gegangen doch hat immer wieder ans Licht gefunden. Diese Reise und ihr dazugehöriges künstlerisches Werk sind jetzt schon sehr beachtlich und sie wird es noch weiter wachsen lassen.

Wer Sinéad singen hört, versteht ihre innere Zerbrechlichkeit und Schönheit. Beides machen Sinéad zu einem Musikerlebnis in allen Lebenslagen. Der Wichtigkeit halber werde ich zu Beginn das Lied „Nothing Compares To You“ auflisten, obwohl es mit dem Irish-Folk Topic nichts am Hut ab. Trotzdem muss man zugeben, das sie mit diesem Cover zurecht die Chart-Spitzen dieser Welt erklommen hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s