Dropkick Murphys – Live On St.Paddys Day 2002

Aus gegebenem Anlass, da die Murphys diesen Monat im Zentih in München abrocken, möchte ich darauf hinweisen, das es eine Zeit gab, wo noch nicht jedes Konzert von ihnen automatisch ausverkauft war und sie noch nicht die Plastic Paddy Vorzeigeband waren, die sie mittlerweile, wahrscheinlich auch unfreiwillig, abgeben. Die Presse hat sie irgendwie auch zu dem gemacht, was sie heute sind.

Wer also alte Klassiker mit neuem Albummaterial vergleicht, wird nicht daran vorbeikommen, ihnen eine gewisse Abkehr von ihrem unverkennbaren Working Class Punkroch zu unterstellen. Im Moment bedienen sie leider immer mehr das volle irische Klischee mit allem was dazugehört. Wenn man davon absieht, das sie alle in Amerika geboren wurden und aufgewachsen sind (natürlich mit irischen Vorfahren), zeugt das doch von einer gewissen Verkaufs- und Marketingtaktik.

Ganz klar, vom Können her kann ihnen im Moment keine andere Band in diesem Genre das Wasser reichen, aber mit jedem Stück Mainstream und Massenkompalibität büßen sie dafür ein Stück an Authenzität ein.

Deshalb jetzt eine kurze Rezession von mir, einem, der die Murphys schon ewig kennt:

Als beste Murphys Alben würde ich eine Mischung aus altem und neuen bezeichen. Deswegen küre ich hier mal ganz unvoreingenommen das Erstlingswerk „Do Or Die“ und das 2011 veröffentlichte „Going Out In Style“ als die Top Alben der Bostoner Celtic Punk Legenden.

„Do Or Die“ deshalb, weil es das rohe, gnadenlose Debüt der Murphys darstellt. Außerdem ist es das einzige und auch letzte Album der Murphys mit ihrem damaligen Frontman Mike McColgan, der mittlerweile mit den Street Dogs seine Bahnen zieht.Seine Stimme wird für immer unverwechselbar bleiben und hat einfach azugepasst.

Klassiker wie der Albumtitel „Do Or Die“, die aktustische Version von“Boys on the Docks“ und die Hymne aller Barstuhlbesetzer „Barroom Hero“ sind bis heute sehr rar gespielte aber immer wieder live geforderte Nummern von den Fans der ersten Stunde. Nichts wird mehr an Do Or Die hinreichen. Auch nicht die immer profesioneller werdene Besetzung der jetzigen „Dropkick Murphys“.

Das vorletzte Album „Going Out In Style“ sollte meiner Meinung nach in jedem Plattenregal stehen, welches durch extravagante Glanzstücke der Musikgeschichte auf sich aufmerksam machen will. Kein Scherz. Mit „Going Out In Style“ haben die Murphys eine perfekte Mischung aus bisherigem Erreichten und bahnbrechender Instrumentenbeherrschung hingelegt. Der Mix aus Irish-Folk Instrumenten und der Einsatz von E-Gitarre, Bass und Schlagzeug passt hier einfach wie die Faust aufs Auge.

Der Albumtitel „Going Out In Style“ zieht einen am Anfang des Werks so dermaßen rein in den Murphys Strudel, das man das Lied am liebsten auf Endlosdauerschleife stellen und die Nacht zum Tag machen würde. „Memorial Day“ ist wohl bis dahin das radiokompatiblste Lied der Murphys gewesen,sticht aber duch seinen unverwechselbaren Rythmus auch bei Fans der alten Garde und lädt immer zum Mitsummen und Mitsingen ein. Hier geht Mainstream und Murphys noch perfekt Hand in Hand. Nebenbei sei noch zu erwähnen das sich sogar Altmeister Bruce Springsteen und NOFx Bassist Fat Mike auf der Platte die Ehre geben.

Und nun, da der Paddys Day 2015 auch nicht mehr soweit entfernt ist, präsentiere ich die Dropkick Murphys so wie sie auch heute noch klingen sollten und damals, 2002, geklungen haben. Roh, noch nicht so brutal abgemischt, mit Energie und irischem Wahnwitz, mitten hinein in die Gehörgänge.

Die Murphys waren damals voll da, das Publikum war voll da, und diese Mischung brachte den Boston Ballroom damals fast zum bersten.

Dazu gibt es das Boston Bagpipe Police Regiment, irische Square Dancer und einen Heiratsantrag mitten auf der Bühne.

Übrigens läuft es mir ab Minute 29:50 immer wieder der Rücken kalt runter und es stellt mir die Nackenhaare auf. Das Lied „The Torch“ war meiner Meinung nach schon immer „Underrated“. Eine wunderschöne Ballade, die sehr tief geht. Auch das sind die Dropkick Murphys.

Hiermit läute ich also den St. Patricks Day Countdown bis zum 17.03.2015 ein.

Habt Spass, doch zerlegt vor lauter Mitspring und Mitsing Faktor nicht eure Bude 😉

Flow

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