Aus der Traum

Aufgrund eines, in der Politik würde man wohl sagen, sehr interessanten Spitzengespräches das ich mit einer netten jungen Dame vor kurzem hatte, sehe ich mich gezwungen, nein gar berufen dazu, die Schlussfolgerung dieses Treffens hier in meinem Blog zu präsentieren.

Davor aber eine kurze Einleitung zu diesem Artikel;

Was bedeutet das Wort „Trauma“ für uns?

Es bedeutet eine Verletzung, eine Beschädigung, eine Wunde, die entweder körperlich greifbar ist z.B. ein Schleudertrauma verursacht durch einen Autounfall oder der Verlust der Beine durch eine Kriegsverletzung ect. oder eben ein durch eine äußere Einwirkung bleibender Eindruck auf unsere seelische Integrität, unsere Psyche und unsere Lebensanschauung. In beiden Fällen ein tiefer Eingriff in unsere ureigenste Persönlichkeit und unser alltägliches Leben.

So ein „Trauma“ wird nicht absichtlich von uns hervorgerufen und manchmal ist es sogar passiert, als wir noch gar nicht auf dieser Welt waren. Trotzdem nimmt es Einfluss auf uns!

Ein tiefgreifendes Trauma kann uns komplett aus dem Leben werfen und es fortan manchmal bewusst, in den meisten Fällen aber sicher meistens unbewusst mitbestimmen.

Sei es nun unser Denken oder Handeln oder nur unsere tägliche Routine, ein unbewusster Stachel steckt uns fortan irgendwie unangenehm in unserem Hinterteil. Wir sehen ihn nicht, aber spüren das da was ist.

Ein „Trauma“ und desen Intensität hängt natürlich auch immer davon ab, wie stark es von einer bestimmten Person erlebt, beurteilt und wahrgenommen wird. Jeder hart andere Belastungsgrenzen

Was den einen Menschen komplett aus der Bahn wirft ist für den anderen nicht weiter schlimm und wird in seinen Auswirkungen deshalb auch nicht so stark beurteilt.

Darum geht es hier aber nicht!

In einem Leben erlebt oder bessergesagt durchlebt jeder, und damit meine ich wirklich einen jeden von uns kleinere oder größere solcher „Traumen“. Das ist unvermeidlich und gehört zu jedem Leben wie eitel Sonnenschein. Es ist in diesem Fall auch nicht weiter schlimm.

Nun gibt es aber zwei verschiedene Wege mit einem „Trauma“ umzugehen. Entweder ich verarbeite es und gehe gestärkt daraus hervor und erwache wieder aus diesem „Trauma“ oder ich lebe einfach damit weiter, verdränge es in mein Unterbewusstsein und wandle fortan doch, wenn auch nicht offensichtlich und spürbar, ewig in diesem „Trauma“ weiter.

Man sollte nicht nach irgendwelchen Hinweisen suchen ob ein „Trauma“ nicht sogar irgendwie nützlich war und eine gewisse „Resistenz“ für weitere „krasse“ Erfahrungen später im Leben dient. Das steht hier nicht zur Debatte.

Fakt ist, ein „Trauma“ greift bei uns sehr tiefgehend und will, ja muss irgendwie ans Licht kommen um sich irgendwann auflösen zu können und im besten Fall ein weiteres Leben zu ermöglichen. Zumindest der Fakt, das es möglich ist, mit einem gewissen „Trauma“ leben zu können, bzw. lernen zu können mit ihm zu leben, ergibt einen dicken Lichtpunkt im dunklen Wald.

Gewisse Traumen werden uns immer begleiten, doch können wir erfahren und erleben, damit umzugehen, so wie es für uns am besten ist.

Nehmen wir doch die ewigen und nie endenen Konfliktherde auf dieser Welt, die unter dem Deckmantel ihrer politischen Notwendigkeit schon lange ihre Glaubwürdigkeit verloren haben.

Das bekannteste und unglaublichste Beispiel stellt wohl der Nahostkonflikt dar. Kein Ende in Sicht im Gazastreifen. Wem die Langlebigkeit dieses Brandherdes bekannt ist, dem fällt es nicht schwer sich vorzustellen, wie quasi ganze Familiengenerationen seit jeher darunter leiden.

Hier werden „Trauma“ vererbt. Vom Großvater zum Vater zum Sohn und weiter an die nächste Generation. Es gibt keinen Ausweg aus diesem Alb“Trauma“. Du kommt auf die Welt und wirst in Hass auf deine Nachbarn erzogen, erlebst wie Familienmitglieder bei Bombenanschlägen sterben müssen weil sie mal kurz in die Großstadt wollten und meldest dich für kurz oder lang bei der landeseigenen Armee oder Miliz um gegen den „Feind“ zu kämpfen. Das „Trauma“ geht also weiter und weiter und weiter.

In Deutschland wird oft darauf hingewiesen, das die Nachkriegsgeneration viel härter im nehmen war als alle ihre nachfolgenen Generationen. Wieso? Weil sie quasi das zerstörte Deutschland fast im Alleingang wieder aufgebaut haben und keine Zeit blieb, um über alles zu trauern, was dieser Krieg mit sich gebracht hat. Von „Trauma“ durch den erfahrenen Krieg, sei es nun an der Front oder in der Heimat,also keine Spur. Denkste!? .

Wenn es darum geht das ich schauen muss eine Bleibe zu finden für die nächste arschkalte Nacht, eine Schlückchen Wasser für mich und meine Kinder, damit sie nicht in am nächsten Tag verdursten und einen Sack Kartoffeln um meine Familie halbwegs über die Runden zu bringen, dann habe ich keine Zeit zu „träumen“.

Ich spüre aber auch das da was passiert ist, was nicht spurlos an mir vorübergegangen ist, nicht spurlos an einem vorübegehen kann. Was ich aber gleichzeitig spüre ist, das ich während einer Erledigung, einer Aufgabe nicht viel darüber nachdenke und es damit also alles irgendwie leichter wird.

Die Folge ist klar. Ich werde rackern, arbeiten, bis zum Umfallen, was das Zeug hält, damit ich ja nicht wieder in diesen unangenehmen „Albtraum“ zurückfalle.

So geht es Wochen, Monate, Jahre und das Verdrängen definiert das Leben, nicht das Leben das Leben.

Leider vererbe ich dieses Trauma aber an meinen Kinder weiter, gebe Ihnen gewisse Sichtweisen mit, schwöre sie auf manche Sachen ein.

Welches „Trauma“ muss es für einen jüdischen Mitbürger damals gewesen sein, nach 45, der das Konzentrationslager überlebt hat und nun doch irgendwie unglaublicherweise wieder seinen Frieden mit Deutschland machen will.

Er kommt also hierherzurück und stellt als erstes fest, das sich nichts verändert hat. Es sind immer noch dieselben Peiniger an den selben Stellen, nur unter einem neuen Regime. Ein Richter ist immer noch Richter, ein Bürgermeister immer noch Bürgermeister usw.

Das nächste Trauma ist perfekt. Es kocht eine unglaubliche Wut hoch, ja, ein solcher Hass das das Ticket nach Israel gebucht wird. Am besten danach gleich ab in den „Mossad“, dem damaligen israelischen Geheimdienstes der mit der C.I.A. vergleichbar ist, um Altnazis zu jagen um diesen Hass und diese Wut irgendwie befriedigen zu können aber irgendwie auch nicht.

Es bleibt aber nicht beim „Mossad“, es geht weiter mit Verwicklungen in den Nahostkonflikt und es folgen „Trauma“ auf „Trauma“.

Wie steht es mit Leuten, die Bombenangriffe bzw. täglichen Bombenalarm hautnah miterlebt haben. In einer Disco startet plötzlich eine Lasershow, begleitet von kirchenglockenähnlichen Klängen. Plötzlich ist der Körper wieder im alten Alarmzustand. Es droht ein Bombenangriff. Angstzustände, Schweißausbrüche und im schlechtesten Fall gewalttätiges Verhalten beschreiben die nächsten Reaktionen wohl ganz gut.

Es kommt zu Panik und im schlimmsten Fall sterben Menschen.

Um ein aktuelles Beispiel aufzugreifen, lässt sich wohl die derzeitige Flüchtlingssituation aufgreifen. Diese Menschen kommen traumatisiert hier an und was wird ihnen hier geboten: Ein weiteres Trauma.

Anstatt ihnen einen festen Tagesablauf zu sichern und eine Aufgabe zu geben, die helfen kann, ein Trauma abzulegen, bzw. irgendwie ein normales Leben weiterzuführen werden diese Menschen wild durcheinandergeworfen, in Massen in Baustellen untergebracht und ihnen damit nicht wirklich geholfen.

Geholfen wäre ihnen mit einer psychologischen Betreuung und einer Aufgabe. Hier kommt es nicht darauf an ihnen einen festen Arbeitsplatz zu sichern sondern es würde schon langen, ihnen eine Perspektive für die nächsten Tage zu geben. z.B. mitzuhelfen beim Anlegen eines Gartens oder beim Organisieren des Kochens für die anderen Flüchtlinge.

Stattdesen erleben sie im besten Fall noch ein weiteres „Trauma“, in dem sie von der hier anwesenen Bevölkerung zu spüren bekommen, das sie hier nicht willkommen sind.

Kein Wunder, die Menschen, also z.B. Pegidauntersützer oder NPD Aktivisten, die den Flüchtlingen alles andere als positiv gegenüberstehen, sind selber „traumatisiert“.

Hier wird der Begriff „German Angst“ interessant. Dieses Land hat selbst zwei Weltkriege erlebt und viele haben es am eigenen Leib erfahren, wie es ist, von heute auf morgen mit oder ohne Hab und Gut aus der Heimat vertrieben zu werden um darauf gar unschön in anderen Gefielden empfangen zu werden, obowohl doch davor alle noch „Deutschland“ waren.

Wieso also lassen deren Kindeskinder nun den Hierhergeflohenen die selbe seelische Pein erleben?

Weil alles Fremde eine unbewusste Angst in uns hochruft, die unser ausgeprägtes deutsches Sicherheitsbedürfnis welches durch ganze Kriegstrauma von Generation an Generation weitergegeben wurde, so nicht akzeptieren kann.

Wir Deutschen sind heute weltweit bekannt dafür, neben dem, das immer die weltbesten Torhüter zwischen unseren Pfosten stehen, immer eine gewisse Angst vor der Zukunft, vor dem Morgen und sogar vor der nächsten Prüfung bei uns besteht. Die „German Angst“ ist nicht nur ein Modebegriff, er ist Realität.

Wir haben ein brutales Sicherheitsbedürfnis und werden schon unruhig, wenn das Mittagessen statt um 12 um 13 Uhr stattfindet. Wieso? Weil es in diesem Land für viele Jahre alles andere gegeben hat, aber keine „Sicherheit“.

Nichts war mehr sicher. Nicht während des dritten Reichs, als Eltern oft von ihren eigenen Kindern verpfiffen worden sind weil sie sich durch ihr Verhalten an der „Volksgemeinschaft“ strafbar gemacht hatten und dann auch nicht nach dem Kriegsende, als die Uniformen schnell auf dem Dachboden verstaut werden mussten um der „Entnazifizierung“ zu entgehen.

Im Osten dasselbe Spiel. Nur das es hier keine Entnazifizierung gab. Hier gab es den Galgen und die rote Armee die durch ihr wildes Treiben für noch mehr „Trauma“ gesorgt hat.

Alles vorbei als die DDR da war? Denkste! Wieder keine Sicherheit. Nur Staatssicherheit, also Stasi. Nicht mal in den eigenen vier Wänden war man jetzt mehr sicher.

Wer jetzt noch behauptet hier wurden keine „Sicherheitstraumata“ vererbt, der hat nicht richtig aufgepasst!

Hier also ruht das gewisse deutsche Sicherheitsbedürfnis her. Ist ja auch kein Wunder.

Wen also heute noch jemand behauptet, wie es gewisse Organisationen wie die „Antifa“ oder noch heftigere linksextreme Vereinigungen es tun, das es Deutschland wegen seiner unbezahlbaren Verbrechen an die Menschheit und der nie zu begleichenden Kriegsschuld gar nicht mehr geben dürfte und dieses Land aufgelöst gehört, ist es fast sicher das deren Förderer und Befürworter gewisse unbewusste „Traumata“ mit sich herumtragen.

Diese sollten aufgelöst werden. Wenn jemand heute extrem linksextrem ist, so scheint es als logisch, das einer seiner Vorfahren extrem rechtsextrem war, bzw. schwere Schuld auf sich geladen hat. Dieses „Trauma“ wurde weitergeben und die Schuld vererbt.

Die Person, die jetzt mit diesem „Trauma“ belastet ist, spürt schon sein ganzes Leben eine gewisse Schuld, von der er gar nicht weiß, wo diese herrührt. Im schlechtesten Fall wird derjenige irgendwann z.B. einen NPD Anhänger abstechen oder durchdrehen wenn jemand seine Weltanschauung in Frage stellt.

Hier wäre es also besser ein „Trauma“ aufzulösen um somit befreit aufleben zu können.

Was ich euch mit diesem Beispiel sagen will ist ganz einfach:

Im kleinen Fall verursachen Traumata nur persönliche oder private Einschränkungen. Im großen Fall beeinflußen Traumata politische Entscheidungen, lösen Kriege aus, provozieren und lassen Gewalt eskalieren.

Auf alle Fälle zieht sich das alles wie ein roter Faden durch unsere Weltgeschichte und auch durch unsere Familiengeschichten.

Doch natürlich gibt es Hilfe und es sollte sich niemand deswegen verrückt machen.

Nur ist es wichtig diese Hilfe auch an die Menschen zu bringen, die sie wirklich benötigen.

Man kann mit einem „Trauma“ leben und trotzdem glücklich sein.

Nur darf ein Leben nicht durch ein „Trauma“ bestimmt werden.

Da hilft es nicht gegen Waffenlieferungen zu demonstrieren, rechte oder linke Gewalt zu verurteilen oder aber persönliche Probleme in die Welt zu tragen und alles und jeden damit verantwortlch zu machen. Der Weg muss nach innen gehen und nicht nach außen.

Hört in euch und oft wird einem dann schnell klar, was der eigentliche Auslöser für so manche Lebensläufe ist.

In diesem Fall seid ihr euer bester Arzt und könnt auch anderen Menschen weiterhelfen.

Aus einem „Trauma“ kann also durchaus ein freudiger und erquickender erfüllter „Lebenstraum“ werden.

Ihr seid immer geliebt 🙂

Klar soweit 😉

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Keep Yourself!

Flow

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