Erste Liebe

Was soll ich lang lamentieren und drum rum reden.

Die „Böhsen Onkelz“ bleiben fernab jeder unsinnigen Diskussion über längst vergangenes er Klischees „die Idole“ meiner Jugend.

Scheiß auf das, was jemals von den Ärzten oder von den Hosen kam. Das waren alles nur Lapalien oder Kindergeschrei.

Im Endeffekt haben sich diese beide Institutionen mehr oder weniger an die Presse verkauft und dafür auch kräftig abgesahnt.

In Zeiten, in denen also nichts, aber auch rein gar nichts mehr sicher ist, nimmter also die Band, die den Namen „Böhse Onkelz“ trägt, einen umso höheren Stellenwert ein.

Jenseits von jeglicher kirchlichen oder politischen Konfession ist es an der Zeit in meinem Blog also das Gesamtkunswerk der „Böhsen Onkelz“ anzuerkennen.

Lieder für schwierige Lebenslagen, Lieder über die Liebe wie sie wirklich ist, Lieder über das reine Leben, Lieder von bereits Totgesagten und doch Wiederauferstandenen.

Wenn ich mir jetzt also heutzutage hin wieder Lieder der Böhsen Onkelz über Youtube reinziehe, ob unbewusst oder ganz bewusst, überkommt mich ein unheimlich kräftiges Gefühl der Dankbarkeit.

Die Dankbareit, damals, in der, wie ich finde extrem wichtigen 😉 „musikalischen Orientierungsphase“ Lieder in meiner Muttersprache abgeliefert bekommen zu haben, die weder mit stumpfsinnigen Reimen belastet waren, die aber auch nicht zwanghaft versuchte an irgendwelche bildungsbürgerähnliche Ideale hinzureichen.

Das ist eine Dankbarkeit, die mir sagt, welch Glück es doch war, diese in jeder Hinsicht einzigartige deutsche Band mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all ihren Niederlagen und Siegen, mit all ihren Wahrheiten und Lügen, mit all ihren tiefgründigenden Texten und oberflächlichen halbstarken Wahrheiten ganz und in ihrer vollen Blüte erlebt zu hben.

„Erinnerungen“, wie eines ihrer Lieder heißt, transportieren dieses Gefühl umso mehr, wenn ich die Texte mit den ewigen Gefühlen und Emotionen an meine wunderschöne Jugend auf dem Land verknüpfen kann.

Was soll der Terz. Wir waren frei. Wir hatten uns. Wir hatten einen Fußballverein. Wir hatten den Lech. Wir hatte einen einen eigenen „Hüttn“ Treffpunkt. Wir hatten eine Kiesgrube.

Wir hatten uns!

Immer wenn ich „diese Lieder“ höre, erscheinen die Plätze meiner Jugend vor meinem geistigen Auge. Wilde Feiern, Autos mit maximaler Geschwindigkeit auf der Landstraße, knisternde Judasfeuer, exzessive Geburtstagsfeiern.

Das Leben war wie eine Droge.

Ganz nach James Dean. Aber gar nicht so „unbuddahaft“, weil vollkommen im Moment.

Live fast – die young!

Der erste Rausch, die erste Zigarette, die erste Liebe, die ersten Küsse, die erste Lieder (Keine ist wie du 😉 ), der erste Autounfall, die ersten Beulen und Kratzer im eigenen Gefährt, die erste Gitarre.

Das erstemal gefühlt im eigenen Rythmus.

Die Partys, die Menschen, die Höhen, die Tiefen.

Die unverrückbare Gewissheit zwei Nächte durchfeiern zu können und am nächsten Tag trotzdem 90 Minuten lang ein Fußballspiel mit aller Härte betreiben zu können.

Ein Hoch auf die Jugend.

Das Gefühl. sowas von „Halbstark“ zu sein 😉

Das Gefühl zu haben, in einer Clique zu sein wo alle gemeinsam füreinander einstehen.

Kein Zweifel, kein Neid, keine Gier. Keiner für sich allein. Eine gemeiname Religion. „Die Onkelz“.

Nach uns die Sinnflut.

Wir sind Jung. Wir sind sexy. Wir sind unaufhaltsam.

Gottverdammt, die „Böhsen Onkelz“, und das kann ich heutzutage aus wissenschaftlichen wie aus emotionalen Beweggründen nachvollziehen, lieferten den Soundtrack für diese einzigartige Lebensphase.

Was gab es damals schöneres als blauäugiger Jungspund oberkörperfrei mit einer Zigarette im Mund stockbesoffen verbotene Lieder zu pfeien, durch ein Dorf zu schreiten um sieben Uhr morgens am Sonntag zur Kirchenzeit, sich „Anti“ zu fühlen, und dabei einen Song wie „Wilde Jungs“ im Ohr zu haben.

Noch hundertmal  mehr „halbstark“ als bereits erwähnt 😉

Lange Rede, kurzer Sinn.

Ich ziehe meinen Hut vor den Onkelz und schere mich einen feuchten Dreck darum ob die 4 „Frankfurter Jungs“ vielleicht oder irgendwann mal rechtsradikalte Tendenzen in ihrem Denken hatten.

Wie immer in meinem Leben lasse ich jetzt die Musik für sich sprechen.

Es gibt für mich nur einen Fakt : „Einmal Onkel, immer Onkel“

Danke für alles.

Und keine Angst.

Es kommt jetzt keine Armada von Videos.

Nein, ich glaube, es langt durchaus ein einziges Lied, um zu begreifen, was das „Gesamtpaket“ an Bedeutung für mich einnimmt

Jetzt kann ich doch noch eine Brücke zu einem gerade sehr populären Pressethema schlagen.

Letztens habe ich im Focus einen Bericht über eine angebliche „Neue Deutsche Welle“ gelesen. Der Bericht wurde mit folgenden Sätzen untermauert:

„Wir haben noch nie gute deutsche Musik in einer solchen Kontinuität gehabt. Deutsche Musik ist heute viel moderner und cooler als früher.“

Dazu hier meine Stellung:

Lange bevor Musiker wie Xavier Naidoo, Andreas Bourani, Helene Fischer, Kettcar, Kraftklub, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay oder wer auch immer für einen angeblich unbeschwerten, deutschen Musikrythmus geworben haben waren und sind übrigens immer noch die Onkelz da.
Soviel zu diesem Thema.
Jetzt aber:

 

VIVA LOS TIOZ!!!

Flow

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